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Eika, der Weißkopfseeadler

Veröffentlicht am 08.07.2016

In diesem Jahr hatte ich viele, wunderschöne Trauungen. Die freie Trauung im Stadtwaldhaus in Krefeld sollte aber etwas ganz besonderes werden.

Alles war fertig geplant, die Rede geschrieben, der Kontakt mit der Sängerinnen und dem Fotografen war hergestellt. Eigentlich hätte ich mich entspannt zurücklehen können und mich in aller Ruhe auf die Trauung am Samstag vorbereiten können. Wie jeder von uns weiß, heißt eigentlich E I G E N T L I C H! Und genauso war es. Ein letztes Treffen mit dem Brautpaar, den Trauzeugen, den Eltern und dem Gastronom. Gerade bin ich wieder in Erkelenz angekommen, erreicht mich die Mail des Vaters des Bräutigams. Liebe Frau Wurl, bitte sorgen Sie dafür, dass die Ringe des Brautpaares nicht vorne bei Ihnen auf dem Tisch an dem Bilderrahmen liegen. Lassen Sie sich bitte etwas einfallen, z.B. das es doch die Aufgabe des Trauzeugen ist, die Ringe dem Brautpaar zu übergeben - wofür ist er denn sonst da? Neugierig geworden, habe ich auf die Mail geantwortet und nach dem Grund gefragt. Nunja, der Grund war Eika, der Weißkopfseeadler aus der Greifenstation im Wildfreigelände Hellenthal in der Eifel. Eine 15 jährige Adlerdame, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Botengänge zu übernehmen. In diesem Fall - die Eheringe zu bringen. Ein- zweimal musste ich gut durchatmen. Adler, Ringe, Gäste, womöglich kleine Kinder, ein unwissendes Brautpaar und eine kleine Portion Respekt meinerseits. Das müsste zu schaffen sein. Der Samstag ist da, die ersten Gäste kommen, ein aufgeregter Bräutigam und niemand darf mitbekommen, dass der Wagen der Greifenstation eigentlich ganz gut zu sehen ist. Jedesmal, wenn der Bräutigam in die Richtung blickt habe ich eine erneute Frage oder Aufgabe für ihn. Ganz schön tricky. Der Fotograf ist hin und weg. Super, toll - endlich einmal etwas besonderes. Die Sängerin, Sabine Heil, ist entsetzt und verrät mir, dass sie eine Vogelphobie hat und gibt sofort ihren Plan auf, sich während der Trauung hinter mir zu stehen. Nunja, die Trauung beginnt und alles läuft nach Plan. Das Brautpaar spricht sein Eheversprechen und ich bitte den Trauzeugen nach vorne, damit er dem Brautpaar die Eheringe gibt. Er reicht mir die Ringschachtel und zu meinem "Entsetzen" muss ich natürlich feststellen, dass die Ringschachtel leer ist. Das ist das vereinbarte Zeichen für Eika.

 

 

Sanft und fast geräuschlos fliegt sie über die Köpfe der Hochzeitsgäste zum Falkner, der plötzlich neben dem Bräutigam steht, stülpt ihm den Lederhandschuh über und hält den Arm unterstützend fest. Ohne jegliche Angst landet Eika auf dem Arm des Bräutigams und trägt an ihren Krallen einen kleinen Beutel mit den Eheringen. Sobald der kleine Beutel abgenommen wird, fliegt Eika wieder ebenso sanft und leise zurück zur Falknerin am anderen Ende des Raumes. Ich muss sagen, ich war beeindruckt, so wie alle Hochzeitsgäste und natürlich auch das Brautpaar. Niemand hatte Angst, da Eika so gelassen und anmutig war. Und typisch Mädchen, hat sie fast der Braut, die Show gestohlen. Eika war auf fast jedem Bild des heutigen Tages.

 

Nach dem Auszug des Brautpaares, nachdem ich alle meine Utensilien zusammengepackt hatte, war ich natürlich auch darauf gespannt Eika näher kennenzulernen. Der Falker fragte mich, ob ich schon einmal einen Adler auf meinem Armt gehabt hätte. Meine Antwort lautete: Nein, ich traue mich auch nicht und ich hatte diese Worte noch nicht ganz ausgesprochen da wurde mir der Lederhandschuh übergestreift und Eika saß auf meinem Arm. Ein erhabenes Gefühl und ein stolzer Vogel. Ein Erlebnis für mich, dass ich nicht missen möchte: Ich denke, dieses Bild sagt alles, oder?

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